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GEMA sorgt für Ärger und Wut


GEMA sorgt für Ärger und Wut


Wut und Ärger herrscht in der Branche über die GEMA,die für 2013 eine neue Tarifstruktur angekündigt hat, die zu massiven Verteuerungen führt. Vor allem die Diskothekenbetreiber sind fassungslos. Sie sollen künftig ein Vielfaches dessen bezahlen, was sie derzeit an die GEMA abführen müssen. Der DEHOGA will sich dem Vorhaben notfalls bis in die letzte Instanz widersetzen. Zunächst aber hat jetzt erst eine Schiedsstelle zu entscheiden.

Die GEMA macht zum 1. Januar 2013 aus bisher elf Tarifen zwei und verkauft ihre neue Tarifstruktur damit, dass sie einfacher und ausgewogener sei und zu deutlichen Vergünstigungen führe.

Das muss in den Ohren von Dirk Bamberger aus Balingen wie Hohn klingen: Der Betreiber von fünf Diskotheken in Balingen, Konstanz, Singen und Tübingen zahlt bisher 93000 Euro im Jahr. Würde sich die GEMA durchsetzen, wären es künftig 508 000 Euro. Je nach Betrieb sind das zwischen 270 und 574 Prozent mehr. „Was die planen, ist eine Unverschämtheit“, wird sein Kollege Friedrich Hieber in Ulm von der Schwäbischen Zeitung zitiert. Er soll für das „Theatro“ mit seinen 530 Quadratmetern statt bisher jährlich gut 9000 Euro über 68000 Euro berappen. Das ist eine Erhöhung von 650 Prozent.

Zum Teil über 1000 Prozent mehr

Die von der GEMA angeführten Vergünstigungen gibt es auch. Sie verschweigt aber, dass die Vergünstigungen nur verhältnismäßig wenige Veranstaltungen,
mit Eintrittsgeld zwischen 2 und 8 Euro, betreffen. Für viele Musiknutzer bringt die Tarifstruktur hingegen Erhöhungen von zum Teil mehreren hundert bis zu über tausend Prozent mit sich. Betroffen sind alle Veranstaltungen, in denen Musik live oder von Tonträgern gespielt wird. Das sind zum Beispiel alle Veranstaltungen in der Gastronomie, vom Jazzabend bis zur Ü-30-Party, Tanzveranstaltungen, Bälle, Galas, Silvester- oder Hochzeitsfeiern und Bunte Abende.

Weitere Tarifänderungen führen zum Wegfall von Nachlässen (z.B. beim Abschluss eines Jahrespauschalvertrages) sowie zu weiteren Zuschlägen. So erhöhen sich die Kosten für die oben genannten Veranstaltungen um weitere 50 Prozent, wenn Musik länger als fünf Stunden gespielt wird. Die GEMA-Gebühren für eine Abendveranstaltung mit Musik, die um 19:30 Uhr beginnt, würden sich dann ab 0:30 Uhr nochmals deutlich verteuern. Diskotheken, deren Veranstaltungen in der Regel von 22 bis 5 Uhr laufen, sind besonders betroffen. Ihnen drohen Erhöhungen von durchschnittlich 400 Prozent (6 Euro Eintritt, 200 qm Fläche) bis zu 1400 Prozent (15 Euro Eintritt, 500 qm Fläche). Drei Beispiele für die Auswirkungen der Tarifreform:

Für eine Abendveranstaltung von 20 bis 2 Uhr ohne Eintritt mit Tonträgermusik mittels Laptop auf einer Fläche von 133 bis 200 qm erhöhen sich die GEMA-Gebühren (inkl. aller Zuschläge) für Verbandsmitglieder von 50,54 Euro netto auf 80,96 Euro netto – 60 % mehr als bisher.


Für eine Abendveranstaltung von 20 bis 2 Uhr mit Livemusik und 15 Euro Eintritt auf einer Fläche von 133 bis 200 qm erhöhen sich die GEMA-Gebühren für Verbandsmitglieder von 164,80 Euro netto auf 360 Euro netto – ein Mehr von 118 %.


Bei durchschnittlich zehn Veranstaltungen pro Monat in einer mittelgroßen Discothek mit zwei Tanzflächen von z.B. 410 und 310 qm bei einem Eintrittsgeld von 8 Euro erhöhen sich die GEMA-Gebühren (inkl. aller Zuschläge) von 21553 Euro netto/Jahr auf 147916 Euro netto/Jahr – ein Plus von 686 %.

Den Musiknutzern drohen darüber hinaus Tariferhöhungen durch die GVL, die ihren derzeitigen Zuschlag für die Wiedergabe von Tonträgern von 20 auf künftig 100 Prozent der GEMA-Tarife erhöhen möchte. Hiergegen führt die Bundesvereinigung der Musiknutzer bereits ein gerichtliches Verfahren.

Weitere Belastungen drohen

Als Mitglied dieser Bundesvereinigung ist der DEHOGA Gesprächspartner der GEMA. Die GEMA-Tarife wurden auch von der Tarifkommission der Bundesvereinigung nicht akzeptiert. Deshalb muss jetzt zunächst eine Schiedstelle entscheiden. Kommt es da – wie zu erwarten – zu keiner Einigung, bleibt nur der Weg durch die Gerichtsinstanzen, um die GEMA noch zu stoppen. Darauf hofft der Balinger Dirk Bamberger, der der GEMA vorwirft, dass sie Arbeitsplätze gefährdet und eine Verarmung der Veranstaltungskultur in Kauf nimmt. Denn für ihn ist klar, dass viele Betriebe diese Belastung nicht stemmen können. Bamberger: „Wer als Unternehmer in Deutschland investiert, muss sich auf die Rahmenbedingungen verlassen können“. Genau die aber seien durch das Vorgehen der GEMA sehr zum Nachteil der Betriebe verändert.

Petition gegen die GEMA

So wie Bamberger denken offenbar viele. Deshalb findet auch eine Seite im Internet große Resonanz, die allen aus der Musik- Show- und Unterhaltungsbranche sowie Gastronomen, ihren Mitarbeitern und Gästen die Möglichkeit bietet, eine Online-Petition zu unterzeichnen und sich so gegen die geplante Tarif-Reform auszusprechen.
www.openpetition.de/petition/online/gegen-die-tarifreform-2013-gema-verliert-augenmass

Quelle: Pressemitteilung von der DEHOGA: www.dehoga-bundesverband.de


  

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